Samstag, 26. Dezember 2015

BAJ - what's that?

                      01.08.2015 9.00h 
An diesem Tag begann ich mein Praktikum als Berufsanerkennungspraktikantin den Beruf der Erzieherin betreffend.

Erzieherin? Hä? Sie ist doch Friseurin? Ganz genau, dass bin ich auch. Es ist nur so, dass ich damals innerhalb der Ausbildung zur Erzieherin die Diagnose Endometriose bekam. Ich hatte die schriftliche Prüfung hinter mir und war ins Anerkennungsjahr gestartet, als ich die Diagnose bekam und mir mitgeteilt wurde, dass ich keine Kinder bekommen kann. Da war es bei mir vorbei! Ich konnte zu dem Zeitpunkt nicht ständig mit Kindern zusammen sein, sie um mich haben, weil ich wusste ich werde nie selbst welche haben!! Für eine Frau mit Anfang 20 ist sowas hart, richtig hart. Ich wollte aber eine Berufsausbildung haben und so bin ich eine Zeit lang "herum geschwommen" bis ich wusste, dass ich eine Ausbildung als Friseurin machen will. Der Hintergrund ist folgender: Ich habe viele Jahre Theater gespielt und bin darüber mit der Schminkmaske in Verbindung gekommen. Mich fasziniert was mit Schminkmaske möglich ist und wie stark mit Licht und Schatten dabei gearbeitet wird. Also habe ich eine Ausbildung als Friseurin gemacht, war parallel dazu aber immer noch pädagogisch tätig. Sei es durch das Theater spielen im Anleiten und Beibringen von Choreografien, beimBaby sitten oder innerhalb von Tagungen als Teamer. 

In den letzten Jahren half ich zwischenzeitlich einem jungen Mann der Spastiker ist und auf Gehhilfen läuft. Sein Bruder ist mit mir zur Schule gegangen und unsere Mütter kennen sich schon seit vor unserer Geburt, so dass mir seine Einschränkung von Anfang zwar bekannt ist, aber nie von Bedeutung war und ist. Letztes Jahr ist er ausgezogen und ich habe als Haushaltshilfe bei ihm gearbeitet und ihm diverse Tätigkeiten abgenommen, die er einfach so nicht hin bekommt. Dadurch kam der Wunsch in mir auf wieder im pädagogischen Bereich zu arbeiten, denn als Friseurin bin ich nicht glücklich geworden. Ich habe dann letztes Jahr Fortbildungen im Bereich Inklusion absolviert und bin am 05. Dezember 2014 bei einem 8 jährigen Autisten als Inklusionsassistentin gestartet. 
Durch meine pädagogische Arbeit mit dem Jungen, kam in mir der Wunsch auf meine Berufsausbildung als Erzieherin zu beenden und so habe ich mich beworben. Nach einem Bewerbungsmarathon in den umliegenden Städten des Ruhrgebiets bin ich letztendlich da gelandet wo ich schon war: An der Schule, an der ich ich als Inklusionsassistentin für S. da gewesen war. Und zwar ist das die Matthias-Claudius-Grundschule in Bochum-Weitmar. 

Die Matthias-Claudius-Grundschule wurde 1989 aufgrund einer Elterninitiative gegründet. Die Eltern suchten nach einer Möglichkeit ihre Kinder mit Behinderung beschulen zu lassen, weil die das selbe Recht dazu haben wie alle anderen Kinder auch. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine inklusive Schule in der Region und so gründeten sie selbst eine. Heute gibt es außer der Grundschule ua noch die Gesamtschule, das Sozialwerk, die Claudius-Höfe. Alle Einrichtungen haben die Grundsätze Inklusion und christliches Miteinander leben im Konzept. "Wenn es Grundlage unserer Arbeit ist, dass vor Gott alle Menschen gleich wertvoll und geliebt sind, dann können wir Kinder mit Behinderungen nicht ausgrenzen."
Dies ist eine Aussage, die fest im Konzept verankert ist und gelebt wird.

Wie ihr seht bin ich angekommen und froh darüber dort bleiben zu können, wo ich schon war.

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